Rothschopf Werner

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Redwendungen die jeder kennt, aber woher kommen Sie? Hier einige Beispiele

Redewendungen

Ausbaden

Das musst du nun selbst ausbaden Etwas «ausbaden» müssen wir immer dann, wenn unser Verhalten unangenehme Folgen für uns hat. Oder wenn wir für etwas verantwortlich gemacht werden, was eigentlich jemand anders verbockt hat. Diese Redewendung geht auf einen alten Brauch zurück: Die Menschen teilten sich früher das Badewasser, wobei erst der Vater als Familienoberhaupt ins saubere Wasser durfte und dann je nach Rangfolge die anderen Mitglieder. Dem Letzten blieb dann leider nicht nur das mittlerweile schmutzige Wasser übrig – er musste auch noch das Wasser ausschütten und das Bad reinigen. Ihn hatte es also schlecht getroffen. Er musste das Badewasser der anderen «ausbaden».

Blau machen

Man spricht vom «blauen Montag» oder, davon abgeleitet, von «blau machen» im Sinne von einen arbeitsfreien Montag oder Tag einlegen. Der Hintergrund: Die mit einem Indigo-Farbstoff gefärbte Wolle ließ man früher den ganzen Sonntag über in einem Tauchbad, um sie montags an der Luft trocknen zu lassen. Erst bei diesem Trocknen kam der Farbstoff voll zur Entfaltung – «machte er voll blau». An diesem Tag des Wolletrocknens gab es für die Wollfärber weiter nichts zu tun; sie «machten blau».

Das schlägt doch dem Fass den Boden aus!

Was hat dieser sprichwörtliche Ausdruck der Empörung mit einem Fass zu tun? Diese Redewendung stammt aus Bayern. Dort erließ man 1516 das deutsche Reinheitsgebot, das strenge Kontrollen bei den Bierbauern mit sich zog. Schmeckte das Bier bei der Kontrolle nicht vorschriftsmäßig, machte der Kontrolleur kurzen Prozess und schlug dem betreffenden Fass den Boden aus.

Durch die Lappen gegangen

Wenn im Mittelalter Wölfe gefangen werden sollten, wurde vorher ein Bereich mit Seilen abgespannt, an denen Teile alter Kleidungsstücke, die Lappen, befestigt wurden. Da Wölfe diese Abspannung nicht unterliefen oder übersprangen, konnten sie so zusammengetrieben werden. Entkam aber doch einmal ein Wolf, hatte der Jäger Pech und stellte fest: «Der ist uns durch die Lappen gegangen.»

Einen Stein im Brett haben

Bei den Steinen in diesem Sprichwort handelt es sich um Spielsteine. Im 16. Jahrhundert spielten die Leute gerne ein bestimmtes Brettspiel namens Wurfzabel. Bei dem ging es darum, seine Steine besonders gut auf dem Brett zu platzieren. Es ähnelt dem heutigen Backgammon. Wenn man bei Wurfzabel zwei Felder nebeneinander mit seinen Steinen besetzt hatte, erhöht man seine Gewinnchancen. Man hatte «einen guten Stein im Brett». Daraus hat sich das heutige «einen Stein im Brett haben» entwickelt. Ein guter Freund, der einem zur Seite steht, wie ein Stein dem anderen, hat einen Stein im Brett.

Etwas auf der Pfanne haben

Das soll heißen, dass jemand etwas Besonderes kann. Gemeint ist die Pfanne der früheren Lunten- und Steinschlossgewehre. So wurde nämlich die kleine Mulde genannt, in die man das Zündpulver füllte. Die Wendung bedeutete also ursprünglich «zum Schießen bereit sein». Wer was auf der Pfanne hatte, war dadurch seinen Gegnern überlegen.

Etwas aus dem Ärmel schütteln

Wenn uns etwas sehr leicht fällt, dann können wir etwas «aus dem Ärmel schütteln». Woher es kommt? Früher konnte man in großen Umhängen mit langen Ärmeln allerlei transportieren. Und das nutzten die Menschen auch aus. So trugen sie manchmal Brot, Käse, Wurst und vieles mehr bei sich und schüttelten die Dinge bei Bedarf ganz einfach aus dem Ärmel.

Jemandem etwas in die Schuhe schieben

Früher gab es in Herbergen – wie heute noch in Jugendherbergen – Schlafsäle, in denen mehrere, einander fremde Personen schliefen. War dann ein Dieb darunter, der etwas in der Dunkelheit gestohlen hatte, so konnte dieser im Falle einer Durchsuchung das gestohlene Gut noch rasch in die Schuhe eines anderen schieben und seine Tat vertuschen. Die Redewendung bedeutet also, jemanden ungerechterweise die Schuld für ein Vergehen aufzubürden.

Süßholz raspeln

Wer Süßholz raspelt, betreibt eine inhaltsarme, schmeichlerische Konversation. Der Spruch kommt daher, dass man früher aus geraspeltem Süßholz – eine Hülsenfrucht - nicht nur Drogen, sondern auch Süßwaren herstellte. Bis heute wird daraus Lakritze gemacht. Da Süßes früher reiner Luxus war, ließ sich damit leicht jemand freundlich stimmen oder gar verführen.

In der Kreide stehen

Wer bei jemandem Schulden hat, steht bei ihm in der Kreide. Der Hintergrund: Wirte in einem Gasthaus schreiben auch heute noch manchmal die Rechnung der Stammgäste auf - mit Kreide auf eine Tafel.

Endlich ist der Groschen gefallen

Den Groschen, ein Zehn-Pfennig-Stück, gibt es seit der Einführung des Euros zwar nicht mehr, aber die Münzstücke fallen noch heute. Und zwar in Automaten, an denen Süßigkeiten, Getränke, Briefmarken oder Ähnliches zu kaufen sind. Nach dem Einwerfen dauert es ein wenig, bis der Groschen fällt und schließlich die Ware aus dem Automaten herausgezogen werden kann. Und genauso dauert es bei manchen Menschen, bis sie einen Sachverhalt, eine Erklärung, einen Witz verstanden haben. Dann ist der Groschen gefallen.

Kohldampf schieben

Ist der Hunger so richtig groß, dann schieben viele Menschen Kohldampf. Und das, obwohl sie manchmal eigentlich keinen Kohl mögen. Der Ausdruck «Kohldampf schieben» - heute auch «Kohldampf haben» - kommt aus dem Rotwelschen. Rotwelsch ist eine Gaunersprache; eine Art Geheimsprache, die sich aus verschiedenen Dialekten entwickelt hat und vor langer Zeit unter Landstreichern und Gaunern gesprochen wurde. Die Worte «Koller» und «Dampf» bedeuten in dieser Sprache Hunger; «schieben» ist aus dem rotwelschen Wort «scheffen» entstanden, was soviel wie «machen» oder «sein» heißt. Es gibt übrigens mehrere Ausdrücke, die auf die Gaunersprache zurückgehen: «Wache schieben» kommt auch vom rotwelschen «scheffen», und auch das Wort «ausbaldowern» für «erkunden» oder «nachforschen» stammt ursprünglich aus dem Rotwelschen.

Da liegt der Hase im Pfeffer

Da liegt der Hase im Pfeffer – aber was macht er da eigentlich? Er befindet sich in einer ausweglosen Situation. Denn mit Pfeffer ist hier eigentlich eine scharf gewürzte Pfeffersoße gemeint. Der Hase liegt demnach in einer Pfanne und soll als Hasenbraten zubereitet werden. Schlecht für den Hasen, schließlich kann er aus seiner ungünstigen Lage nun nicht mehr fliehen. Bei der Redewendung geht es also um das Erkennen einer verzwickten Situation. Wobei sich der Sinn heutzutage etwas gewandelt hat: Ob man sich aus der misslichen Lage noch befreien kann, ist für die Bedeutung des Sprichwortes unwichtig.

Mit seinem Latein am Ende sein

Mit seinem Latein am Ende sein Latein war im Mittelalter die Sprache der Gelehrten. Es wurde auch im übertragenden Sinne für Wissen und Wissenschaft benutzt. Wer also mit seinem Latein am Ende ist, der weiß nicht mehr weiter.

An die Nieren gehen

Kleine Körperkunde der deutschen Sprache: Warum geht etwas «an die Nieren»? Bei den Griechen im Altertum galt die Gallenblase als das Wutorgan. Genauso ist es bei den Nieren. Sie wurden früher als Organ betrachtet, das für den Gefühlshaushalt zuständig ist und auch die Quelle der Lebenskraft bedeutet. Wenn einem also etwas «an die Nieren geht», heißt das, man ist emotional berührt.

Wut im Bauch

Und warum sitzt die «Wut im Bauch»? Wie schon gesagt, die Galle galt bei den Griechen als Sitz des Zorns. Deshalb brodelt die Wut in der Bauchgegend und nicht etwa im Kopf, wo ärgerliche Gedanken oder Gefühle entstehen.

Haare auf den Zähnen

Die hat «Haare auf den Zähnen» Bei vielen Völkern des Altertums galten Haare, und vor allem lange Haare, als Zeichen von Männlichkeit und Stärke. Die Redewendung, seit jeher vor allem auf Frauen gemünzt, attestiert diesen sozusagen männliche Kraft.

Auf den Zahn fühlen

Jemandem «auf den Zahn fühlen» Diese Redensart geht auf den Pferdehandel zurück. Vor dem Verkauf päppelten manche Besitzer ihren Gaul mit einer Prise Arsen im Futter auf. So wirkte er feuriger und jünger. Erfahrene Pferdekäufer befühlten jedoch die Mahlzähne der Tiere und stellten anhand der Abnutzung das Alter fest. Wer jemandem auf den Zahn fühlt, prüft ihn also genau. Daraus leitet sich umgekehrt ab, dass man einem geschenkten Gaul nicht ins Maul schaut.

Frosch im Hals

«Frosch im Hals» Der Frosch steht für Räuspern, einen trockenen Hals oder das Gefühl, ein Kloß im Hals zu haben. Der medizinische Fachbegriff «Ranula» meint Geschwulst im Hals oder an der Zunge. Und der lateinische Name des Frosches wiederum ist «Rana». Und weil sich diese beiden Worte ähneln, kam´s zur Redewendung.

Auf großem Fuß leben

«Auf großem Fuß leben» Damit ist gemeint: Reich sein und das Geld mit beiden Händen ausgeben. Aber was hat das mit der Fußgröße zu tun? Im 12. Jahrhundert war der französische Graf von Anjou Vorbild für Mode und Eleganz. Allerdings hatte er ein riesengroßes Problem: ein hässliches, dickes Geschwulst am Fuß. Deshalb trug er große, schnabelförmige Schuhe. Seine Mitbürger wollten ebenso lange Schuhe haben wie er. Doch nur die reichen Leute konnten sich die großen Treter leisten und deshalb auf großem Fuß leben.

Schlitzohr

Das «Schlitzohr» Im Mittelalter bis weit in die Neuzeit wurden Verbrecher oft aus der Stadt vertrieben. Um sie an der Rückkehr nachhaltig zu hindern, wurden ihnen nicht selten sehr drastische Körperverletzungen angetan, mit dem Ziel, dauerhafte Spuren zu hinterlassen und sie für alle Zeit kenntlich zu machen. Eine verbreitete Art des Schandmals war das Schlitzen der Ohrmuschel, das möglicherweise daher rührt, dass es in einigen Zünften üblich war, ausgestoßenen Mitgliedern den Zunftohrring auszureißen. Noch heute bezeichnet Schlitzohr einen gerissenen, durchtriebenen Burschen, der betrügerische Absichten zeigt. Allerdings schwingt dabei auch eine Portion Anerkennung für besonders gerissenes Verhalten mit.


Protokoll

erstellt: 2014-04-01 ? | Stand: 2014-12-31